Frostiger Empfang

Bei meiner Rückkehr gestern Abend hat mich fast der Kältetod erfasst. Es war unglaubliche 10 Grad kühl, obwohl ich lange Aermel und dicke Strümpfe trug, schlotterte ich vor Kälte. Vorgestern lief ich in Split im Sommerkleid und in Sandalen rum. So, jetzt geht der Ernst des Lebens wieder los, ich freue mich auf die kommende Zeit, die sicher sehr aufregend wird. Zudem sollte ich wieder etwas gesünder leben: Pizza, Pommes und Börek zum Frünstück sind definitiv ungesund und auf die Dauer nicht zu empfehlen.. .   Auch habe ich vorerst genug von Schinken-Käse-Sandwiches und muss mich an die Tatsache gewöhnen, dass ein Espresso von nun an wieder 4.50 kostet. Für dieses Geld gibts in Kroatien eine Portion Moules…

Bye bye Croatia

In einigen Stunden wird die Fähre Split Richtung Ancona verlassen und ich meine 24-stündige Heimreise beginnen. Es waren mal andere Kroatienferien. Nicht zwei Wochen Baden und Nichtstun in meinem geliebten Stari Grad, sondern eine Reise der Küste entlang. Aber: Ich komme wieder, ganz bestimmt!

Sibenik

Meine Kroatienferien neigen sich dem Ende zu. Nach Triest, Rijeka und Zadar, bin ich seit zwei Tagen in Sibenik. Wie schon mal erwähnt, hätten es Inselhoppingferien werden sollen, aber wenn man sich halt zuwenig informiert….Zudem hatte ich plötzlich wenig Lust, alle 2-3 Tage eine neue Unterkunft suchen zu müssen und auf die ewige Aus- und Einpackerei. Das sind die Vorteile von Ferien ohne Plan, dieses Mal hatte ich nicht mal meine Rückreise gebucht. So konnte ich in Rijrka meine Ferienpläne über den Haufen werfen und statt Inselhopping gabs dann halt Reisen entlang der Küste. Die Unterkünfte habe ich jeweils via Airbnb gebucht. 

Nach Rijeka verbrachte ich einige Tage in Zadar. Dies ist ein wunderschönes Städtchen, das aber leider völlig vom Tourismus beschlagnahmt worden ist. Souvenirshops reihen sich an Schmuckgeschäfte, Fast-Food-Stands, Kleider-und Schuhgeschäfte, was mich sehr wundert, denn der durchschnittliche Kroatientourist kauft, wenn überhaupt, nur kleine Souvenirs ein und definitiv weder Schuhe noch Kleider. Ende September hielt sich die Touristendichte in Grenzen, aber im Juli und August wird es in den engen Gassen whs sehr eng. Ich hielt mich vor allem an Strand auf, mit nur einem kurzen Abstecher in das Stadtzentrum. Die Leute setzen voll auf den Tourismus, aber der ist ein zartes Pflänzchen. Davon können die nordafrikanischen Länder und Aegypten ein Lied singen. Übelstes Beispiel des Massentourismus in Kroatien ist übrigens Dubrovnik. Die Stadt erstickt fast an den Touristen, zu gewissen Zeiten ist fast kein Durchkommen mehr. Selbstverständlich ist es legitim, wenn die Menschen am Tourismus ( mit) verdienen wollen, vor allem, wenn es sonst nicht allzu viele Verdienstmöglichkeiten gibt. Doch man sollte aufpassen, dass man nicht nur von einer einzigen Einnahmequelle abhängig ist, die zudem noch saisonal schwankt. Zadar hat mindestens noch zwei Universitätsfakultäten. Viele Einwohner vermieten im Sommer ihre Wohnungen an Touristen und im Winter an Studierende. 

Ich bevorzuge diejenigen Städte, in denen die Menschen leben und arbeiten – Rijeka vor Opatija, Sibenik anstelle Trogir und Split anstelle von Dubrovnik.

Eigentlich wollte ich mir nach Zadar noch Trogir anschauen, aber nach dem Erlebnis dort wollte ich ein ruhiges Plätzchen. Deshalb habe ich mich für einige Tage in Sibenik entschieden und es nicht bereut. Sibenik ist sehr hübsch, mit engen, verwinkelten Gassen, die mich sehr an das Dorf erinnern, in dem ich aufgewachsen bin. Immer wieder stösst man auf ehemalige Palazzi, bei denen nur noch die prächtigen Eingänge von den guten alten Zeiten künden.  Der Tourismus hält sich in Grenzen. Die meisten die hier Halt machen, wollen die Krka Wasserfälle besichtigen. Auch ich habe den Wasserfall besichtigt. Leider ist mein Reiseführer veraltet, denn es gibt nicht mehr 8x einen Bus von Sibenik nach Skradin, sondern höchstens 5x, am Wochenende etwa 3x. So bin ich halt per Taxi nach Skradin gefahren, von dort gehts mit einem Schiff zum Eingang des Nationalparks. Zu Fuss gelangt man in ein paar Minuten zum Wasserfall. Baden ist – entgegen den Infos in meinem Reiseführer – an einer klar abgegrenzten und markierten Stelle möglich. Gleich wie bei den Plitvicer Seen führen Holzstege um die Seen. Der Krka Wasserfall ist wesentlich kleiner und deshalb weniger überlaufen, aber ebenso eindrucksvoll. 

Unterwegs in Kroatien

Ohne eigenes Auto durch Kroatien reisen – geht das? Nun ja, das Eisenbahnnetz ist nicht gross und vor allem langsam. Das Busnetz hingegen ist sehr eng und zuverlässig. Die Busse verbinden die einzelnen Städte miteinander – und das im Stundentakt. Manche Busse machen einen etwas altersschwachen Eindruck, diejenigen Busse aber, die längere Strecken fahren, sind recht modern und mit Wifi ausgerüstet. Diesen Text schreibe ich beispielsweise im Bus von Rijeka nach Zadar. Am einfachsten löst man die Billette im Internet. Es ist nicht mal nötig, diese auszudrucken, da die Kontrolleure über einen QR-Reader verfügen. Es sind jeweils zwei Fahrer an Bord, die sich während längeren Strecken abwechseln. Mindestens einmal pro Stunde wird ein kürzerer Halt eingelegt, bei dem man sich die Beine vertreten kann. Die Inseln sind mit Fähren mit dem Festland verbunden. Während der Sommermonate ist der Fahrplan etwas dichter, im Winterhalbjahr wird er massiv ausgedünnt. 

Sowohl Bus- wie auch Fährenfahrplan können im Internet abgerufen werden….und es lohnt sich, pünktlich zu sein! Der OeV funktioniert also sehr gut und macht das Reisen in Kroatien ohne eigenes Auto sehr einfach. 

Busfahrplan: www.autotrans.hr Da die Website von autotrans nur kroatisch kann und die Buchung alles andere als selbst erklärend, googelt man am besten die Strecke die man fahren will. Erstaunlicherweise ploppt die Website in diesem Fall in deutscher Sprache auf. 

Fährenfahrplan: www.jadrolinija.hr

Hu, auch der Bus nimmt die Fähre! Soeben ist mein Bus auf die Fähre nach Pag gefahren, anscheinend gibt es einen Umweg   über die Insel. Wenn ich Doofy das gewusst hätte….denn von Rijeka gibt es praktisch keine direkten Fähren auf die Inseln. Aus diesem Grund habe ich den ursprünglichen Plan des Inselhoppings aufgegeben….und das passiert mir nach 6 Jahren Herbstferien in Kroatien. Tja, schon wieder etwas gelernt! Jetzt komme ich immerhin endlich zu meiner ersten Fahrt mit der Fähre und das in der zweiten Ferienwoche – shame on me!

Winnetou

Ja, genau: Winnetou! Der Fim über den wohl berühmtesten Indianer wurde im kroatischen Karstgebiet gedreht. Heute ist das Gebiet um die Plitvicer Seen ein Naturschutzgebiet und UNESCO- Weltkulturerbe. Von Rijeka aus sind es ungefähr 100 Kilometer, was 3 Stunden Busfahrt bedeutet. Es gibt keine direkte Busverbindung, man muss in Karlovac umsteigen. Wenn ich gewusst hätte, dass die Anfahrt derart lange dauert, wäre ich früher aufgestanden. So blieben nur etwa 5 Stunden Aufenthalt  bis zum letzten Bus zurück nach Karlovac. Die ganze Szenerie ist atemberaubend. Ein riesiges Gebiet fast unberührter Natur erwartet einen. Die BesucherInnen werden in Stegen rund um die verschiedenen Seen geleitet. Mit einem Elektroboot kann der grösste See befahren werden. Panoramabusse bringen einen von einem Eingang zum anderen. 

Bis gestern war ich der Meinung, dass Selfiesticks vor allem zur Grundausrüstung von spätpubertierenden Asiaten gehören. An den Plivitzer Seen würde ich eines besseren belehrt. Asiatische TouristInnen in meinem Alter und noch älter amüsierten sich mit ihren Selfiesticks fast zu Tode, im wahrsten Sinne des Wortes. Teilweise lehnten sie sich derart weit über das Geländer hinaus, dass sie fast hinunterfielen. Zudem blieb fast kein Wassertropfen und kein Stein unfotografiert…..dies scheint es in Asien scheinbar nicht zu geben.

Ich habe es sehr bedauert, dass ich nicht mehr Zeit zur Verfügung hatte, denn ich wäre sehr gerne einfach stundenlang durch die Gegend gestreift. Ich denke, das werde ich irgendwann nachholen. Wer in der Gegend ist, sollte unbedingt einen Halt einlegen.

In der Sonne

Im Süden herrschen zwar nicht tropische Temperaturen, aber es ist immerhin T-Shirt- und Sandalenwetter. Triest ist eine wunderschöne Stadt, in der man der prachtvollen Vergangenheit auf Schritt und Tritt begegnet. Am Bahnhof steht sogar ein Denkmal für Sissi. Das Schloss Miramare, das etwas ausserhalb der Stadt gelegen ist, gibt einen Einblick in die k.-u.-k. Epoche. Es diente als Wohnsitz des jüngeren Bruders von Kaiser Franz Josef ll. und seiner Ehefrau Prinzessin Charlotte von Belgien. Maximilian sollte als Kaiser von Mexiko ein grausames Schicksal erleiden. Was mich vor allem erstaunt hat: Die Stadt ist voll von österreichischen Touristen. Kein Wunder, kann man in den Cafés zumindest ein paar Brocken Deutsch. Da die Oesterreicher momentan nicht viel zu lachen haben (anscheinend ist man in einem europäischen Land nicht fähig, eine Wahl abzuhalten, zudem droht ein brauner Bundespräsident) ist es irgendwie verständlich, dass man den Blick lieber in die ruhmvolle Vergangenheit richtet. Auch die Villa Sartorio ist einen Besuch wert. Man kann die Villa aber nur in Begleitung besichtigen, kein Wunder, bei all den ausgestellten Kostbarkeiten. In der Villa erhält man einen guten Einblick in das Leben der italienischen Aristokratie. In Triest habe ich mich wieder in Italien verliebt, denn diese Luebe ist in den letzten Jahren ziemlich erkaltet.

Am Dienstag ging es weiter nach Rijeka. Da es – entgegen der Information im Internet – keine Zugverbindung zwischen Triest und Rijeka gibt, gings halt per Bus weiter. Rijeka ist nicht die Stadt der grossen Sehenswürdigkeiten, diese lassen sich an einer Hand abzählen. Aber es ist eine total coole Stadt, die Leute sind total entspannt und lässig. Was man aber gesehen haben muss, ist der Trsat, ein Komplex von Kirche und Burg. Von der Burg hat man eine tolle Aussicht auf die Stadt und vor allem, Internet. Das Stadtnetz ist allerdings von zweifelhafter Qualität. Den besten Empfang hat man auf der Burg, in der Stadt selber hapert es mit dem Empfang.

Das fängt ja gut an……

Heute morgen um 08.06 begannen meine Ferien. Der Abschied aus der Schweiz wurde mir dank trübem Wetter und fast arktischer Kälte (12!!!!!!Grad) leicht gemacht. Im Bahnhof Brig sorgte ich noch für den Reiseproviant – ich liebe Trockenfleischsandwiches – und dann ging es ohne Umsteigen bis nach Venezia Mestre. In Triest angekommen, kümmerte ich mich als erstes um die Weiterreise nach Rijeka, die am Dienstag ansteht. Gemäss Internet gibt es täglich zwei Züge von Triest nach Rijeka. Allerdings fand ich die Züge nicht auf dem Fahrplan. Kein Wunder, denn es gibt gar  keine Zugverbindung nach Rijeka, nur einen Bus………allerdings fährt dieser etwa viermal pro Tag und benötigt nur ca 1 1/2 Stunden. Glück gehabt, ich sah mich schon nach Rijeka trampen! So, nun freue ich mich auf ein ausgedehntes italienisches Abendessen!

Da bin ich wieder!

Nach einer mehr als einjährigen Absenz melde ich mich wieder zu Wort. Das letzte Jahr war Stress pur, ich hatte für fast nichts mehr Zeit. Dies soll sich nun ändern. Ab sofort habe ich mir vorgenommen, wieder regelmässig zu bloggen. Als erstes habe ich einige Ferienfotos aufgeschaltet – von Marseille und Stockholm. Es scheint, dass es mich vor allem in Städte zieht, die am Wasser liegen. Zudem werde ich wieder Besprechungen von Bollywood- Filmen schreiben. Ich habe im letzten Jahr ungefähr ein halbes Dutzend Filme gesehen, meine Eindrücke von diesen Filmen würde ich gerne mit euch teilen. 

Also dann bis gly!

Wieder zu Hause….

…..nach aufregenden zwei Wochen, also etwas weniger lange als ursprünglich geplant. Ich habe die Hitze schlecht ertragen – 30 Grad im Schatten an einem Hotelpool oder in einem Liegestuhl am Strand sind sehr angenehm – aber 35 – 40 Grad ist schlicht zu heiss…..und für den Süden wurden für die Nachmittage jeweils bis zu 50 Grad vorhergesagt. Gut, man kann sich morgens und abends hinauswagen und zwischen 12.00 und 17.00 im Hotelzimmer verbringen……aber die meiste Zeit der Ferien im Zimmer zu verbringen ist doch etwas schräg. Zusätzlich laborierte ich an  einem hartnäckigen Schnupfen herum – der mit dem Wechsel zwischen 40 Grad draussen und eisgekühltem Hotelzimmer schlecht zurecht kam. Weiterlesen

Eine andere Welt

Seit drei Tagen bin ich in Bangkok – und es ist ein ziemlicher Kulturschock. Vom beschaulichen Laos in eine Stadt, die irgendwie dauernd auf Speed zu sein scheint. Eigentlich ist Bangkok ein gigantisches Shoppingcenter – man weiss nicht, wo es anfängt und wo es aufhört. Hat man eines gesehen, hat man schon alle gesehen, denn das Angebot ist überall das Gleiche. Hier kann man alles kaufen – was man überall sonst auch kaufen kann.

Man kann sich sehr gut mittels Skytrain fortbewegen, aber wehe, man möchte an einen Ort, der via Skytrain nicht erreichbar ist. Der Verkehr ist eine echte Katastrophe, mit dem Taxi unterwegs zu sein dauert ewig, da in Bangkok der Stau quasi ein Dauerzustand ist.

Gestern habe ich ein echtes Kleinod entdeckt, das Museum of Contemporary Art, kurz MOCA genannt. Aus irgendwelchen unerfindlichen Gründen wurde es irgendwo in den Pampas hingeklotzt, man findet es fast nicht. Man muss mit dem Skytrain bis zur Endstation Moi Chit fahren und dort das Taxi nehmen. Allerdings ist das MOCA für die Taxifahrer – noch – kein Begriff, mein Taxifahrer hatte die allergrösste Mühe, es zu finden, obwohl ich noch extra einen Screenshot mit dem Lageplan gemacht habe.

Übrigens – vielen Dank für die Feedbacks auf meinen Blog. Ich möchte hier festhalten, dass es sich um meine persönliche Meinung handelt – möglich, dass diese nicht allen in den Kram passt…