Drohneneinsatz gegen politischen Willen

Da habe ich mich zu früh gefreut: Soo lernfähig, wie ich es nach dem Antifaschistischen Abendspaziergang vom 31.Mai vermutet habe, ist die KAPO doch nicht! Denn obwohl sich der Stadt- und Gemeinderat klar gegen den Einsatz von Drohnen an der EURO 08 ausgesprochen haben (Stadtratssitzung vom 15. Mai), liess die KAPO nach dem Match Holland – Italien vom 9. Juni die Drohnen fliegen.
Als ich um 23.00 Uhr nach Hause kam, wunderte ich mich schon über das seltsame Flugobjekt, das über dem Monbijou kreiste. Da ich nicht an UFOs glaube, musste ich fast annehmen, dass es sich um eine Drohne handelte. Aber warum über dem Monbijou? Wegen den 10 Leuten, die im Musigbistrot das Spiel mitverfolgt haben? Heute dann die Bestätigung in der Presse: Gemäss Berner Zeitung wurde eine Drohne losgeschickt, „um den Verlauf der Menschenmenge zu beobachten“. Kleiner Tip für die KAPO: Das Stade de Suisse befindet sich im Nordquartier.

Die KAPO hat mit dieser Aktion bewiesen, dass sie sich um die Vorgaben aus der Politik offensichtlich komplett foutiert, sehr schade. Der Lernprozess scheint länger zu dauern als ich mir dies vorgestellt habe, aber es wird ein schmerzhafter Lernprozess werden!

Erfolgreiche Vernissage, Teil 2

Offensichtlich gibt es Leute, die sich durch meinen Blogeintrag vom 31. Mai die Vernissage von „Blood, Sweat and Spheres“ betreffend, betupft fühlen. Die Idee und die Initiative zu dieser Ausstellung und zur Publikation gingen von Gisela Vollmer und mir aus. Gisela Vollmer war für die Geldbeschaffung zuständig, ich habe in stundenlanger Arbeit die Publikation lektoriert, zusammen verpackten wir mehr als einmal bis Mitternacht Karten als Werbung für die Ausstellung. Zudem sind an den 12 Tagen, an denen die Ausstellung geöffnet ist, Gisela Vollmer und ich an insgesamt 9 Tagen am Ausstellung hüten.
Selbstverständlich waren wir auf die Mithilfe anderer Leute angewiesen; Diana Dodson, die Kuratorin, die Frauen vom Pol, die uns das Grand Palais als Ausstellungsort zur Verfügung gestellt haben, die Künstlerinnen, die ein Objekt für die Ausstellung beigesteuert haben, die Stadt Bern und die Königlich Niederländische Botschaft für ihre finanzielle Unterstützung. Diese Arbeit möchte ich in keinster Art und Weise nicht gewürdigt lassen (sorry für das seltsame Deutsch, doppelte Verneinung ich weiss) aber ich habe sehr Mühe mit gehässigen und anonymen Mails. Wenn man mit etwas nicht einverstanden ist, kann man dies auch in einem anständigen Ton sagen.

Friedlicher Abendspaziergang

Der Aufmarsch der Polizei am 31. Mai anlässlich des Antifaschistischen Abendspazierganges liess das Schlimmste befürchten. Eine Stunde vor Beginn des Abendspazierganges glich die Stadt einmal mehr einer Festung, sogar der Wasserwerfer war schon auf dem Bundesplatz parkiert. Aber offensichtlich hat man bei der KAPO seit dem 19. Januar dazugelernt. Anscheinend haben die Interventionen seitens Stadt- und Gemeinderat genützt. Es hätte auch keinen Grund gegeben, eine – zwar unbewilligte – aber trotzdem friedliche Demonstration mit Gewalt aufzulösen. Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn sich Gummischrot und Tränengas in die friedliche Festgemeinde auf dem Bahnhofplatz gemischt hätte. Vielleicht hat man auch bei der KAPO inzwischen realisiert, dass Zwang und Drohgebärden nur kontraproduktiv sind.