Empresses in the Palace (2011)

Genre: Palast-/Historiendrama – Friktion

Literatur: Hougong Zhen Huan Zhuan von Wu Xuelain

Regie: Zheng Xiaolong

Cast:

Sun Li / Betty Sun (Zhen Huan)

Chen Jainbin (Emperor)

Ada Choi (Ula Nara Yixiu)

Jiang Xin (Consort Hua)

Lan Xi (Shen Meizhuang / Consort Hui)

Tao Xinran (An Lingrong / Consort Li)

Leanne Liu (Empress Dowager)

Li Dongxue (Yunli /Prince Guo)

Lee Tian chu (Su Peisheng)

Episoden: 76 à 45 Minuten

(Quelle: Wikipedia)

Handlung:

Mittelpunkt des Dramas sind die Machtkämpfe und Ränkespiele unter den Konkubinen im Harem. Jede intrigiert gegen jede, nicht einmal die Kinder werden von den Rachegelüsten der einzelnen Frauen verschont.

Zhen Huan wird zusammen mit ihrer Kindheitsfreundin Shen Meizhuang und An Lingrong als Konkubine für den kaiserlichen Harem ausgewählt. Die drei Frauen vereinbaren, sich im Harem gegenseitig zu unterstützen und zu schützen.

Sie wird schnell zur Favoritin des Kaisers, sehr zum Missfallen der alteingesessenen Konkubinen, vor allem von Consort Hua. Sie gehört einem einflussreichen Clan an, ihr Bruder ist ein wichtiger General und ist deshalb für den Kaiser von grosser Bedeutung. Solange sie am Hof Einfluss behält, wird auch ihr Clan/ihr Bruder den Kaiser unterstützen.

Als Zhen Huan zum erstenmal schwanger ist, wird sie in Abwesenheit des Kaisers von Consort Hua gnadenlos schikaniert. Sie wird dazu gezwungen, stundenlang in der prallen Sonne zu knien. Als Folge dieser Misshandlung erleidet sie eine Fehlgeburt. Der Kaiser weigert sich, Consort Hua angemessen zu bestrafen, da ihr Clan zu wichtig für ihn ist.

Zhen Huan fühlt sich von ihm verraten und wendet sich von ihm ab.

Nach der Geburt eines Mädchens verlässt sie den Palast und wird in einem abgelegenen Kloster Nonne. Dort verliebt sie sich in den Bruder des Kaisers und wird prompt von ihm schwanger. Der Prinz wird nach einem Feldzug vermisst, sie hält ihn für tot.

Falls ihre Schwangerschaft entdeckt wird, muss sie damit rechnen, hingerichtet zu werden. Aus diesem Grund legt sie alles darauf an, den Kaiser glauben zu machen, er sei der Vater ihrer ungeborenen Kinder und wieder in den Palast zurückzukehren, was ihr auch gelingt.

Zhen Huan und der Kaiser nähern sich wieder einander an – obwohl es immer wieder Gerüchte gibt, dass die Zwillinge nicht seine leiblichen Kinder sind. Zhen Huan kann dem Kaiser nicht verzeihen – sie vergiftet ihn schlussendlich.

Kritik

„Empresses in the Palace“ ist ein klassisches Palastdrama. Die Geschichte basiert sehr lose auf einer historischen Begebenheit, die Drehbuchschreiber erlauben sich aber sehr viel künstlerische Freiheit. Auf Netflix wurde die Story als „The legend of Zhen Huan“ gezeigt, allerdings in einer stark gekürzten Version (6 Episoden à 90 Minuten), was das Verständnis sehr erschwert.

Das Drama gewährt einen faszinierenden Einblick in die Abläufe des Lebens hinter den Palastmauern. Dieses Leben ist streng geregelt, die Hierarchien sind klar – nicht nur unter den Konkubinen, sondern innerhalb der Dienerschaft.

Wir erleben, wie sich das unschuldige, zarte Mädchen im Laufe der Geschichte zu einer berechnenden, machtgierigen Frau wandelt, die selbst vor Mord nicht zurückschreckt. Am Beispiel ihrer Jugendfreundin Shen Meizhen hat sie gesehen, dass Freundlichkeit grausam bestraft wird.

Sun Li spielt ihre Rolle sehr gut- ihre Wandlung vom naiven Mädchen hin zur eiskalten Mörderin überzeugt. Sie steigt schliesslich zur Empress Dowager (der Kaiserinnenwitwe/-mutter) auf, der einzige Titel im Palast, der das Ueberleben sichert.

Die Plots sind sehr spannend und mit gefror mehr als einmal das Blut in den Adern ob der unglaublichen Brutalität, mit welcher die feinen und netten Konkubinen miteinander umgingen. Die Diener werden (Eunuchen und Palastmädchen) schlimmer als Tiere behandelt und allzuhäufig müssen sie die Sünden ihrer Herrinnen ausbaden.

Allerdings werden diese Plots mit der Zeit sehr repetitiv und sie beginnen – trotz ihrer Grausamkeit – zu langweilen.

Der Kaiser ist der absolute Herrscher – das einzige, das ihn interessiert, ist die Erhaltung seiner absoluten Macht, und wenn er dabei über sehr viele Leichen gehen muss. Ich frage mich, ob er überhaupt zu echter Empathie fähig ist. Allerdings überzeugte mich der Schauspieler überhaupt nicht – in meinen Augen strahlte er überhaupt keine natürliche Autorität aus.

Niemand ist vor seinen Launen gefeit – nicht einmal seine Konkubinen und Kinder. Man fällt sehr schnell in Ungnade, ist die Privilegien los und wird – als Konkubine – degradiert oder noch schlimmer, in den sogenannten Cold Palace geschickt, einem Ort, wo die „ausrangierten“ Konkubinen unter einfachsten Bedingungen ihr Leben fristen müssen.

Die ganze Ausstattung ist eine Augenweide und auch die Musik überzeugt.

Trotz der aufwendigen Produktion hat mich „Empresses in the Palace“ nicht überzeugt. Einerseits stellte sich bei mir bei den ganzen Plots eine gewisse Uebersättigung ein, andererseits hätte man die Story definitiv straffen können – 10 Episoden weniger hätten es auch getan.

Wenn ich aber vor die Wahl gestellt würde, nur eines der Palastdramen, das ich bis jetzt gesehen habe, wieder anzuschauen, würde meine Wahl auf dieses Drama fallen (abgesehen von The Story of Yanxi Palace, die ich mir jederzeit wieder anschauen würde).

Gesehen auf: youtube mit englischen Untertiteln

Trailer

Copyright Corinne Mathieu 2020

Veröffentlicht am 4. Februar 2020