The Sword and the Brocade (2021)

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Genre: Romance

Literatur: The Concubine-borne daughter von Zhi Zhi

Regie: We De Guang

Episoden: 45 à 45 Minuten

Cast:

Seven Tan (Luo Shi Yi)

Wallace Chung (Xu Lingxi)

He Hong Shan (Qiao Lian Fang)

Wu Mian (Madame Xuo / Great Madam)

Fu Miao (Madame Lu)

Cherry Qi (Er Niang)

Ying Er (Luo Yuan Niang)

Liu Yun (Madam Wen)

Li Sheng (Madame Qin)

Sun Xue Ning (Hu Po/Amber)

Daddi Tang (Qu Yan Xing/Lin Shi Xian)

Ma Shao Hua (Duke Jing Xuan)

Ren Yu (Qu Li Xing)

Sean Zheng (General Fu /Lin Bo)

Zhao Chong Yue (Luo Zhen Ying)

Ma Bai Quan (Zhao Ying)

Cui Er Kang (Xu Ling Kuan)

Lan Xi (Master Jian)

Ding Jie (Dong Qing)

Jerry Gong (Xu Si Zhun)

Fu Bo Han (Xu Si Yu)

Eric Zhang (Xu Si Jie)

(Quelle: Wikipedia)

Handlung:

Shiyi, die illegitime Tochter der Familie Luo, soll auf Wunsch ihrer älteren Schwester, die im Sterben liegt, den Marquis Xu Lingxi heiraten, um sich um ihren Sohn und Erben der Xu-Familie zu kümmern.

Shiyi steht der Sinn nicht nach Ehe und sie beschliesst, zusammen mit ihrer Mutter und ihrer Zofe zu fliehen. Auf der Flucht wird ihre Mutter in der Nähe des Klosters ermordet. Die einzige Familie, die zu dieser Zeit im Kloster am Beten war, war die Familie des Marquis. Shiyi willigt deshalb in die Heirat ein, mit dem Ziel, den Mörder ihrer Mutter zu finden, den sie in den Reihen der Xu-Familie vermutet.

Obwohl sie als Frau des Marquis eigentlich die Matron der Familie ist, wird diese durch die Grand Madam Xu, die Mutter des Marquis dominiert. Diese macht ihr das Leben schwer, da Shiyi als „nur“ Tochter einer Konkubine eigentlich einen zu niedrigen Status hat, um den ältesten Sohn der Familie zu heiraten. Auch die Komkubinen des Marquis sind mässig begeistert von ihrer neuen Herrin. Eine der Konkubinen war als legitime Tochter einer prominenten Familie und Nichte der Mutter des Marquis als Frau des Marquis vorgesehen, leider lief sie geradewegs in die Falle, die ihr die sterbende Schwester von Shiyi gestellt hatte. Dadurch war sie derart kompromittiert dass sie nur noch die Wahl hatte, entweder die Stadt zu verlassen oder sich mit dem Status als Konkubine des Marquis zufrieden zu geben.

Shiyi ist eine begabte Stickerin und betreibt zusammen mit einer Freundin einen Stickereiladen. Dies ist ihrer Schwiegermutter ein Dorn im Auge, da sich ihrer Ansicht nach eine respektable Frau nicht in der Oeffentlichkeit zeigt.

Der Marquis ist weder an ihr, noch an seinen Konkubinen interessiert und zeigt sich auch an allem, was die Angelegenheiten des Haushalts angehen maximalst desinteressiert. Als ganz junger Mann trat er nach dem Tod (der Ermordung) seines Vaters und seines älteren Bruders nach dem Verrat durch die Ou-Familie in die Armee ein, um die Familie zu rehabilitieren. In dieser Zeit hat er eine Mauer um sich gebaut, die noch niemand niederreissen konnte.

Im Laufe des Dramas kommen sich Shiyi und der Marquis immer näher und bestehen gemeinsam einige schwierige Situationen wie Verrat, Neid, Missgunst und Anschläge auf ihr Leben.

Kritik:

Ich wollte dem Drama eine Chance geben, obwohl ich aufgrund der Inhaltsangabe – Frau eines reichen Marquis betreibt einen Stickereiworkshop – das Ganze nicht gerade wahnsinnig spannend fand. Ich bereitete mich auf ein recht langweiliges Drama vor und fragte mich ernsthaft, wie die MacherInnen die Zuschauer 45 Episoden lang bei der Stange halten wollen. Ich muss zugeben, ich habe mich getäuscht – glücklicherweise.

Es ist ein Familiendrama – im Mittelpunkt stehen verschiedene prominente Familien am kaiserlichen Hof. Die Familien sind alle untereinander verwandt oder verschwägert – wichtig für das Drama sind aber nur die Familien der Ou (die Erzfeinde der Xus, ihr Verrat führte zum Tod von Vater und älterem Bruder des Marquis), die Luos sowie die Xus.

Die Ausstattung des Dramas ist Standard – sowohl was Kostüme wie auch Frisuren betrifft. Weil es sich nicht um die kaiserliche Familie handelt, sind die Kostüme nicht ganz so üppig und da die Geschichte in der Ming-Dynastie spielt, tragen die Männer die Haare in einem Bun (Gottseidank, den chinesischen Zopf kann ich nicht ausstehen).

Seven Tang ist die dominierende Figur in diesem Drama – nicht nur, weil sie eine der beiden Hauptrollen spielt. Ihre Darstellung der Shi Yi ist eine absolute Wucht. Sie lässt sich weder von den harschen Worten und der offenen Ablehnung ihrer Schwiegermutter noch von den Komplotten der 5. Konkubine aus der Fassung bringen. Es ist ihr (zumindest am Anfang) egal, dass der Marquis sich nicht für sie interessiert. Sie ist immer gefasst und lässt sich nicht auf das Niveau ihrer Kontrahenten hinab. Daneben verfolgt sie beharrlich ihren Wunsch, sich als Stickerin einen Namen zu machen.

Wallace Chung als Marquis kann mich irgendwie nicht vollends überzeugen. Er spielt seine Rolle als jemand, der sich nur für die Politik am Hof und seine Armee interessiert, aber für jegliche andere Gefühle immun ist, zwar recht glaubwürdig, aber das wars denn auch. Sein Charakter bleibt während den ganzen 45 Episoden gleich – er verzieht kaum das Gesicht und lächelt auch kaum jemals. Es lastet eine enorme Bürde auf ihm – Er muss sich dem Kaiser gegenüber beweisen und seine Familie rehabilitieren – was ihm scheinbar gelungen ist. Aber in dieser schwierigen Zeit nach dem Tod seines Vaters und ältesten Bruders hat er sozusagen eine Mauer um sich gebaut und lässt niemanden, auch seine Frau, Konkubinen und Kinder nicht, an sich heran. Diese Pose hält er auch in den spannendsten Momenten aufrecht.

Aber trotzdem haben Seven Tang und Wallace Chung eine unglaubliche Chemie als Paar. Und bei aller Kritik hat Wallace Chung ein gewisses Etwas, eine gewisse Ausstrahlung, die ihn unwiderstehlich macht und als brillanten Schauspieler auszeichnet.

Auch der restliche Cast ist hervorragend – hier seien He Hong Shan (Qiao Lian Fang/Konkubine), Wu Mian (Madame Xuo / Great Madam), Ding Jie als Headmaid von Seven Tang (Dong Qing), Sean Zheng (General Fu /Lin Bo), Daddi Tang (Qu Yan Xing/Lin Shi Xian) sowie Ma Bai Quan (Zhao Ying) speziell erwähnt. Vor allem Ma Bai Quan spielte seine Rolle als Diener von Wallace Chun äusserst reizend – in einer Mischung aus jugendlichem Uebermut und professionellem Bedienstetem (er war auch erst 14 zum Zeitpunkt der Dreharbeiten.)

Die Musik spielt in den chinesischen Kostümdramen eine sehr zentrale Rolle. Und nein, sie tanzen nicht 🙂 Meistens fällt sie mir gar nicht auf, dh sie nervt nicht. Bei „The Sword and the Brocade“ ist die Musik sehr passend – vor allem bei den Szenen von Wallace Chung und Seven Tang. Hier sei vor allem der OST von Zhou Shen erwähnt – dieser Song ist einfach nur himmlisch

Wallace Chung und Seven Tang steuern je einen Song zum Drama bei, aber Zhou Shen ist natürlich unübertroffen. Ich habe mir in der Zwischenzeit einige Musikvideos vom Zhou Shen auf youtube angehört – ich bin völlig hingerissen.

Das Drama besteht aus 45 Episoden, dh man muss aus einer relativ banalen Geschichte das Maximum herausholen: Wir werden Zeuge von vielen Plots, Subplots und Subsubplots während des Dramas…..und genauu…..es werden anscheinend die immer gleichen Fehler wiederholt, langsam hege ich die Vermutung, dies sei Absicht, um eben 45 Episoden zu füllen. Eigentlich gibt es vier Handlungsstränge: die Aufklärung des Mordes der Mutter von Shiyi, den Stickereishop, die Beziehung von Shiyi und des Maquis sowie die Rivalität mit der Ou-Familie. Diese würden eigentlich ausreichen, aber nein, man muss noch unzählige kleine und grössere Plots einbauen wie die Verlobung von Zhun (eines 5-jährigen) mit der ebenso jungen Tochter einer wichtigen Familie, das Auftauchen des angeblich illegitimen Sohnes von Xu Lingxi (Wallace Chung), die Plots der Konkubinen gegen Shiyi usw usf. Einige Plots versanden recht schnell wieder, die anderen werden nicht wirklich erklärt – mir ist immer noch nicht klar, was es genau mit dem Seebann und den Piraten auf sich hatte. Die Aufklärung des Mordes an Shiyis Mutter ist zu Beginn eigentlich die wichtigste Geschichte und plötzlich wird das Rätsel so nebenbei gelöst.

Die spannendste Episode ist auch zugleich die letzte: hier ziehen die Macher nochmals alle Register und zur Freude aller gibt es ein Happy-End zwischen Shiyi und Xu Lingxi—-seufz.

„The Sword and the Brocade“ beweist, dass man mit einem guten Team und tollen Hauptdarstellern, der richtigen Musik und einer guten Produktion die banalste Geschichte zu einem Hit machen kann. Alles in allem ein gelungenes Drama, das ich gerne wieder mal anschauen werde.

Gestreamt auf kissasian.tv

Trailer: