Under the Power (2019)

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Allen Ren und Seven Tang

Genre: Romance, Politics, Wuxia

Literatur: Under the power von Lan Seshi

Regie: Yin Tao

Episoden: 55 à 45 Minuten

Cast:

Allen Ren (Lu Yi)

Seven Tang (Yuan Jinxia)

Han Dong (Yan Shi Fan)

Guo Xiao Feng (Yang Cheng Wan)

Ding Yong Dai (Emperor Jiajing)

Ye Qing (Xi Shangguan)

Zhang Yi Ying (Chun Fu Ming)

Ethan Yao (Xie Xiao)

Lu Hong (Yang Yue)

Xi Xue (Lin Ling)

Li Ting Zhe (Gai Shu)

Han Cheng Yu (Lan Qing Xuan)

Wan Tong (Zhai Lan Ye)

Li Cheng Ru (Yan Song)

Li Qin Qin (Madam Yue Chen)

Huang You Qi (Cen Fu)

Adrian Han (Yan Feng)

(Quelle: Wikipedia)

Handlung:

Yuan Jinxia (Seven Tang) ist eine Polizistin, die zusammen mit Yang Yue für die Sicherheit der Bevölkerung und die Aufklärung von Verbrechen verantwortlich ist. Sie ist eine Waise, die im Alter von vier Jahren von Madame Yue, einer Witwe, adopiert wurde. In der Verwaltung wurden mehrere 100’000 Taels an Silber veruntreut. Unter der Führung von Lu Yi (Allen Ren), dem arroganten Vizekommandanten der Palastgarde, muss sie diesen Fall aufklären. Die beiden bestehen mehrere Abenteuer miteinander und es geschieht, was geschehen muss: Sie verlieben sich ineinander. Allerdings besteht ein enormer Standesunterschied zwischen ihnen. Als Yuan Jinxia erfährt, dass der Vater von Lu Yi verantwortlich für das Massaker an ihrer Familie ist, muss sie sich zwischen der Liebe zu Lu Yi und der Solidarität mit ihrer Familie entscheiden.

Kritik:

Das Drama beginnt fulminant – mit einer Folterszene und einem Tod, der anscheinend ein bedauerlicher Unfall zu sein scheint, aber es ist alles nicht so einfach, wie es zu Beginn scheint (und wie für ein chinesisches Drama üblich). Allen Ren als Lu Yi ist ein schnuckeliges Kerlchen und sieht in seinen Uniformen umwerfend aus. Seven Tang ist eine meiner chinesischen Lieblingsschauspielerinnen, sie hat mich vor allem in „The Sword and the Brocade“ überzeugt.

Lu Yi und Yuan Jinxia machen sich wie vom Kaiser befohlen auf die Suche nach dem veruntreuten Geld und den Hintermännern. Während dieser Ermittlungen taucht Yan Shi Fan, der grosse Gegenspieler von Lu Yi am Hofe auf und verkompliziert das Ganze zusätzlich. Zu Beginn scheint alles recht klar zu sein – aber weit gefehlt: Es werden immer mehr Verwicklungen sichtbar – die japanischen Piraten an der Küste, die Suche von Yuan Jinxia nach ihrer Familie, der mysteriöse Stamm, der fern der Zivilisation lebt und einem vermeintlichen Drachen, der in einer alten Zisterne haust, alle drei Jahre ein Menschenopfer bringen muss, der Arzt, der in den Gemäuern der Zisterne gefangen gehalten wird, der Schamane, der als vermeintlicher Heiler bei diesem Stamm lebt und schliesslich von Lu Yi als Spion in den Palast eingeschleust wird, der angesehene Heiler, der heimlich an einem Elixier tüftelt, welches ewiges Leben garantieren soll, die Heilerin, die in einem abgeschiedenen Tal lebt und und und und und und und……..die Plots, Subplots, Subsubplots, subsubssubplots scheinen kein Ende zu nehmen. Dass das Drama bzw die Drehbuchschreiber daran scheitern, diese ganzen Plots einigermassen logisch miteinander zu verknüpfen, muss nicht speziell erwähnt werden. Irgendwann habe ich mich gefragt: Um was geht es eigentlich? Die ganzen inhaltlichen Sprünge sind nicht hilfreich – auf einmal werden Personen erwähnt, die noch nie aufgetaucht sind, aber irgendwann in der ganzen Geschichte drin hängen…….und das Schlimmste an allem: Das Ganze wird auf 55 Episoden ausgewalzt…..das Drama ist manchmal zäh wie Kaugummi. Das einzige, das dieses Drama einigermassen zusammenhält, ist die (Liebes) Geschichte zwischen den beiden Hauptdarstellern oder so. Das war auch der einzige Grund für mich, das Drama zu Ende zu schauen – ich wollte ein Happy End sehen und wenn möglich eine chinesische Hochzeit….. Die Liebesgeschichte zwischen den beiden Second Leads hätte man sich ebenso sparen können – die hat diesem Drama nichts gebracht, ausser, es thematisch nocb weiter zu verzetteln.

Manche Dramen werden durch das Schauspielerensemble gerettet – leider ist dies hier nicht der Fall. Allen Ren ist, wie schon erwähnt, ganz nett anzusehen, aber das wärs dann auch gewesen. Er zeigt während des ganzen Dramas genau einen Gesichtsausdruck – seine Mimik beschränkt sich auf ein leichtes Zucken der Mundwinkel – und das während 55 langen Episoden. In diesem Drama ist er ein Totalausfall. Seven Tang überzeugt nur teilweise – leider haben ihr die Drehbuchschreiber neben der Rolle „ernsthafte Polizistin“ auch noch den Charakter „albernes Dummchen“ zugedacht. Der Rest des Casts ist eher durchschnittlich – Han Dongs Verkörperung als Gegenspieler von Allen Ru erfüllt jedes Klischee vom Bösewicht, der am Schluss endlich seine gerechte Strafe erhält. Han Cheng Yu (Lan Qing Xuan), Ethan Yao (Xie Xiao) und Lu Hong (Yan Yue) sind komplette Fehlbesetzungen.

Ueberhaupt der Schluss: In den letzten 2 1/2 Episoden geschieht mehr als in den 52 Episoden zuvor: Nachdem man unendlich lange versucht hat, Yan Shin Fan als Drahtzieher hinter all den üblen Machenschaften zu entlarven, wird er innerhalb von 30 Minuten entlarvt, verhaftet und hingerichtet. Dass zu guter Letzt auch noch Lu Yi im Kerker landet und erst in letzter Minute vor der Hinrichtung gerettet wird, sei nur am Rande erwähnt. Er wird zwar zu lebenslager Haft verurteilt und nur durch ein plötzliches Umdenken des Kaiser wird er aus der Haft entlassen und in seine Position als Vizekommandant der Palastgarde wieder eingesetzt. Wenn man in der Zwischenzeit nicht schon aus lauter Langeweile tot vom Sofa gefallen ist, kann man ob dieser Entwicklungen in letzter Minute nur noch den Kopf schütteln. Die wohl beste Szene des ganzen Dramas ist die letzte Szene, in der Lu Yi und Yuan Jinxia gemeinsam im Schneegestöber von dannen schreiten.

Mein Fazit: völlig gescheitert – schade.

Die meisten Kritiken loben dieses Drama und ich frage mich warum. Vielleicht habe ich schlicht ein anderes Drama gesehen, denn eines ist klar – ein solch chaotisches Drama habe ich bis jetzt echt nicht gesehen und eine zweite Staffel brauche ich definitiv nicht.

Gesehen auf youtube mit englischen Untertiteln

Trailer:

Coypright Corinne Mathieu 2022

Veröffentlicht am 14. Februar 2022