Chinesische Palastdramen

Der Einfachheit halber bezeichne ich diese Serien als „Palastdramen“, da sie sich mehrheitlich innerhalb der Verbotenen Stadt, dem Palast der chinesischen Kaiser, abspielen.

Mich interessieren nur diejenigen Dramen, die im China der Kaiserzeit ( sei es nun die Tang-, Ming- oder Qin- Dynastie) spielen. Dies vor allem – ihr erratet es sicher – wegen den Kostümen und der Ausstattung. Scheint so ein Mädchending zu sein 😇😇😇

Natürlich gibt es verschiedene Unterkategorien:

Da sind die sogenannten „Wuxia-Dramen“, die vor allem chinesische Schwertkämpfe, Schlachten, Soldaten- und Reiterkämpfe beschreiben die überwiegend an historischen oder pseudohistorischen Schauplätzen spielen. Dieses Genre beinhaltet auch gewisse phantastische Elemente (Schwertkämpfe in der Luft und so).

Dann die Dramen, die eine Zeitreise beinhalten: Eine Person (meistens eine Frau) im heutigen China findet sich durch einen Zufall ( Unfall, Traum) in einem früheren Leben wieder, in den meisten Fällen wird sie in irgendeine (Palast) Intrige verwickelt.

Die Fantasy-Dramen spielen, wie der Name es schon sagt, in einer Fantasiewelt und werden unter Zuhilfenahme von CGI produziert. Diese CGI ist aber teilweise derart grottenschlecht und albern, dass es einen schon fast weh tut.

Die Bromance: Das sind Dramen, die sich um die selbstverständlich platonische Beziehung zwischen Meister und Schüler, zwei Brüder, zwei Freunde etc. pp. drehen.

Das klassische Palast-/Haremsdrama: Dieses spielt im inneren Bereich der verbotenen Stadt, dem Harem des Kaisers und handelt vor allem darum, wie die vielen Frauen des Kaisers mit allen Mitteln um die Gunst des Kaisers kämpfen bzw dafür sorgen, dass ihr Sohn der Nachfolger wird. Ist meistens sehr amüsant, kann mit der Zeit aber auch ermüdend werden.

Mein bevorzugtes Genre sind die Wuxia-Dramen. Als begeisterte Hobby- Fechterin liebe ich Schwertduelle, zudem sind die Geschichten sehr vielfältig: Sie beinhalten Verrat, Intrigen, Romanzen, Politik usw. Die Palastdramen sind von der Ausstattung ein Fest für die Sinne, mit der Zeit aber sehr ermüdend, da die ganzen Plots ziemlich repetitiv sind. Irgendwann hat’s man echt gesehen.

Zensur ist in China ein wichtiges Thema. Diese ist teilweise sehr einschneidend, beispielsweise hat die Zensurbehörde eine zweite Staffel der Hitserie „Story of Yanzi Palace“ verboten, da diese Serie angeblich die chinesischen Werte verrate, oder so. Eine Zeitung schrieb sogar, die Serie würde die chinesische Gesellschaft vergiften. Auch die „Zeitreisen-Dramen“ wurden verboten, ebenso kritisch angesehen werden die Bromance-Dramen, also eigentlich fast alles.

Angesichts der Feiern zu 70 Jahre Volksrepublik China griff die staatliche Fernseh- und Radiobehörde zu drastischen Massnahmen. Denn diese Behörde ordnete an, dass „unpatriotische Sendungen“ 100 Tage lang nicht ausgestrahlt werden dürfen, also bis weit nach dem 70. Jahrestag des Bestehens der Volksrepublik China.