Parched (2015)

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Regie: Leena Yadav

Produzent: Leena Yadav / Ajav Devgn

Cast:

Tanisha Chatterjee (Rani)

Radhika Apte (Lajio)

Surveen Chawla (Bijli)

Sumeet Vyas (Kisham)

Lehar Khan (Janki)

Riddhi Sen (Gulab)

Dauer: 118 Min

Musik: Hitesh Sonik / Sunidhi Chauhan

Quelle: Wikipedia

Handlung:

Parched beschreibt das Leben von vier Frauen in einem indischen Dorf. Im urbanen Indien emanzipieren sich die Frauen je länger je mehr- sie besuchen eine Schule, absolvieren eine Ausbildung, haben einen Job und vielleicht sogar eine eigene Wohnung. Im ruralen Indien hingegen ticken die Uhren noch anders – die Frauen sind in dieser immer noch sehr patriarchalen Gesellschaft fast völlig rechtlos und total von ihren Männern abhängig. Solange sie zu Hause leben, sind sie ihren Vätern und Brüdern ausgeliefert, sobald sie verheiratet sind, gehen sie sozusagen in den Besitz der Schwiegerfamilie über.

Der Film begleitet die vier Frauen Rani, Lajio, Bijli und Janaka in ihrem täglichen Leben.

Rani ist eine Witwe, die sich sowohl um ihre kranke Schwiegermutter wie auch um ihren minderjährigen Sohn kümmern muss. Sie beschliesst, ihn zu verheiraten, damit er endlich erwachsen wird. Die auserkorene Braut ist Janki, die allerdings in einen anderen Mann verliebt ist. Sie schneidet sich ihre Haare, um die Heirat zu verhindern, allerdings vergebens. Janki zieht bei Rani, ihrer Schwiegergrossmutter und Gulab ein. Gulab kümmert sich überhaupt nicht um seine junge Braut, sondern führt sein Müssiggängerleben fort.

Lajio lebt im gleichen Dorf wie Rani, Gulab und Janki. Sie ist mit einem Alkoholiker verheiratet, der sie regelmässig schlägt. Einer der Diskussionspunkte ist, dass sie nicht schwanger wird, was ihr von ihrem Mann vorgeworfen wird.

Bijli ist eine Tänzerin/Prostituierte in einem Wanderzirkus. Sie ist genauso wie Rani, Janki und Lajio von einem gewalttätigen Mann abhängig – dem Besitzer des Wanderzirkus, der gleichzeitig auch ihr Zuhälter ist.

Rani behandelt ihre Schwiegertochter Janki genauso schlecht, wie sie selber von ihrer Schwiegermutter behandelt wird. Janki wird von Gulab regelmässig vergewaltigt, daneben besucht er weiterhin Prostituierte, wobei er sich verschuldet. Seine Mutter muss ihm ständig Geld geben, damit er seine Schulden bezahlen kann. Janki erhält heimlich Besuch von dem Mann, den sie eigentlich hätte heiraten wollen, aber er konnte die Mitgift nicht bezahlen.

Rani, Janki und Lajio treffen auf Bijli – die vier Frauen tauschen sich regelmässig aus. Im Laufe ihrer Freundschaft realisieren sie, wie sehr sie von ihren Männern unterdrückt werden. Lajio hat Sex mit dem Liebhaber von Bijli und wird prompt schwanger. Während eines heftigen Streits mit ihrem Mann fällt dieser ins Feuer und verbrennt.

Gulab stiehlt das letzte Geld von Rani und lässt seine Mutter und seine Frau im Stich. Rani erkennt, dass sie Janki das gleiche Schicksal, das sie erleben musste, ersparen will. Sie verkauft das Haus, entlässt Janki aus der Ehe und schenkt ihr einen Teil des Geldes vom Hausverkauf, damit sie mit ihrem Liebhaber ein neues Leben beginnen kann.

Rani, Lajio und Bijli fliehen gemeinsam aus dem Dorf – in eine hoffentlich bessere Zukunft ohne ihre gewalttätigen Männer.

Kritik:

Der Film greift einige Tabuthematas aud: Kinderheirat, Mitgift, die Unterdrückung der Frauen, Vergewaltigung in der Ehe, Alkoholismus, Prostitution……

Es ist ein sehr leiser, undramatischer Film, der detailliert und ungeschminkt das harte Leben der indischen Frauen in der nach wie sehr patriarchalen Welt schildert. Erst als sich Rani, Lajio und Bijli von den gewalttätigen Männern befreit haben, sind sie in der Lage, ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Sie ziehen dieses selbstbestimmte Leben in einer ungewissen Zukunft dem Leben im Dorf vor.

Die vier Hauptdarstellerinnen liefern eine grossartige Leistung ab – sie schaffen es, ohne schrille Töne, nur dank ihrer Beharrlichkeit und auch Selbsterkenntnis, von ihren gewalttätigen Männern zu befreien.

In einer gewissen Art und Weise erinnert mich „Parched“ an „Lipstick under my burka“. Eigenartigerweise löste dieser Film ein recht grosses Echo aus, im Gegensatz zu „Parched“. Vielleicht auch deshalb, weil Parched einige sehr heikle Thematas aufgreift, was bei „Lipstick under my burka“ nicht so der Fall war. Zudem spielt Parched im ruralen Umfeld, ein Umfeld, welches die InderInnen anscheinend nicht so interessiert oder sie mögen es einfach nicht (vor allem die Männer) wenn man ihnen derart ungeschminkt den Spiegel vorhält.

Der Film hat mich sehr berührt und ich finde es sehr schade, dass er nicht mehr Beachtung gefunden hat. Vor allem fand ich es erfrischend, dass nach all den Hochglanzfilmen aus Bollywood – die modernen InderInnen leben anscheinend alle in irgendwelchen millionenteuren Villen oder Apartments – endlich wieder ein Film das Leben der indischen Dorfbewohner thematisiert. Und dieses Leben ist für die grosse Mehrheit der indischen Bevölkerung Realität.

Gesehen auf DVD, bestellt bei www.induna.com

Trailer:

Songs

Mai Ri Mai

Bhookamp

Kachhuva

Baisaa

Hichki

Copyright Corinne Mathieu 2021

Veröffentlicht am 1. Februar 2021