Chinesische Kostüm (Palast)dramen, bei denen ich aufgegeben habe

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Als ich vor etwas mehr als zwei Jahren dank eines Artikels im Tagesanzeiger über meine erste chinesische Serie stolperte, konnte ich mir nicht vorstellen, dass dies der Beginn einer neuen Filmliebe sein würde. In der Zwischenzeit habe ich mehr als ein Dutzend dieser sogenannten Period-Dramas geschaut. Da diese Serien 50 und mehr Episoden haben und jede Episode ca 45 Minuten dauert, ist diese Liebe ziemliche Schwerstarbeit.

Doch nicht alle Serien sind gleich gut – ich habe schon bei einigen nach wenigen Episoden aufgegeben.

Bei folgenden Serien habe ich aufgegeben:

  • The Rebel Princess (2021): wurde 2018 gedreht, aber erst jetzt ausgestrahlt. Die Produktionskosten waren gigantisch und so kommt das Drama auch daher. Alles ist ganz wunderschön anzusehen, aber nach 8 Episoden war bei mir Schluss. Der Ausgang ist so etwas von vorsehbar, dass ich nicht das Bedürfnis habe, mir 68 Episoden anzutun, dh eigentlich war mir der Ausgang der Story schon nach der ersten Episode klar. Zudem überzeugen mich weder der Plot, noch die SchauspielerInnen. Dass mit Zhang Ziyi eine fast 40-jährige die zu Beginn 15-jährige Awu spielt, stört mich nicht besonders. In China wurde dies anscheinend sehr kontrovers diskutiert. Im Gegensatz zu Hollywood haben in China auch ältere bzw reifere SchauspielerInnen Chancen, Rollen zu ergattern, denn die Minister am Hof, die zu jedem Drama gehören – sind ausschliesslich ältere Männer. Und irgendein weiser alter Mann/eine weise alte Frau kommt fast in jedem Drama vor. Des Weiteren sind chinesische Kostümdramen in 99,99% der Fälle Familiendramen – von der Grossmutter(Dowager Empress/Grand Dowager Empress/Great Madam) bis zum Neugeborenen sind alle Generationen vertreten.
  • Princess Agents (2017): Diese Serie war ein Hit in China (insgesamt 40 Milliarden Klicks). Sie erzählt die Geschichte eines Mädchens, das in die Hände von Sklavenhändlern fällt. Zusammen mit anderen Sklavinnen wird sie mit Wölfen zur Jagd freigegeben – zum Vergnügen von einigen sehr degenierten reichen Männer. Sie überlebt als einzige diese Abschlachterei und wird von einem der Männer als Sklavin in den Haushalt aufgenommen. Dort muss sie sich gegen Anschläge auf ihr Leben wehren. Es ist möglich, dass diese Serie nach einigen Episoden interessant wird – sie war in China ein Riesenhit und in der Zwischenzeit wurde eine zweite Serie veröffentlicht. Aber ich habe nach einer Episode aufgegeben. Die Ausgangsidee ist einfach nur krank – Jagd auf Menschen aus Vergnügen – wie degeneriert kann man sein???? Gut – in der Serie erkämpft sich die Hauptdarstellerin ihren Platz in der Gesellschaft, aber ich denke, für solche Geschichten bin ich einfach zu zart besaitet. Und zudem unterstütze ich solche Grausamkeiten nicht noch damit, indem ich es mir anschaue und mit meinen Klicks zur Popularität beitrage. Denn auch hier gilt: Je mehr Klicks, desto besser.
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  • The Kings Woman (2017): Ausstattung, Aesthetik und SchauspielerInnen sind top, aber die Geschichte überzeugt mich überhaupt nicht. Ich habe diesem Drama nun zweimal eine Chance gegeben, aber ich komme nicht über die vierte Episode hinweg, denn schon hier zeichnet sich ab, dass der Grossteil der Story eigentlich schon erzählt worden ist und ich habe keine Lust, mir über fast 50 Episoden anzuschauen, wie sich die drei HauptdarstellerInnen erzähltechnisch im Kreis drehen. Auch Dilraba (chinesische Schauspielerin) kann die Serie für mich nicht retten
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The Kings Woman

Dreaming back to the Qin-Dynastie: (2019) Das ist ein Zeitreisendrama (siehe Scarlet Heart)- eine moderne junge Frau besucht die verbotene Stadt in Bejing und gerät in die Zeit der Qin-Dynastie. Der Plot tönt interessant, aber die Ausführung ist einfach nur grottenschlecht. Was bei Scarlet Heart recht gut funktioniert hat, stimmt hier über nicht. Vielleicht, weil die Produzenten zuviel gewollt haben und die Hauptdarstellerin zwischen Jetzt und der Qin-Dynastie hin- und herpendeln lassen – was überhaupt nicht funktioniert.

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  • Ten Miles of Peach Blossom (2017) : Mit Fantasy kann man mich jagen und hier ist TMOPB keine Ausnahme. In China war diese Serie ein Hit (aus welchem Grund auch immer – ich kann es mir nicht erklären). Ich habe genau zwei Episoden durchgehalten. Die Geschichte mag okay sein, aber die CGI ist derart grottenschlecht, dass es einem fast körperlich weh tut. Viel mehr Worte möchte ich hier gar nicht mehr verlieren.
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Ten Miles of Peach Blossom

The legend of the Dragon Pearl: (2017): Dieses Drama habe ich zweimal begonnen und zweimal aufgegegeben. Vielleicht gebe ich ihm noch eine Chance, wenn ich wirklich kein anderes Drama mehr finde, das mich interessiert. Irgendwie kam ich nie über die vierte Episode hinaus. Das Drama schafft es nicht, mich zu fesseln.

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The Legend of Dragon Pearl

Sound of the desert (2014): Geschichte einer jungen Frau, die als Waise von Wölfen aufgezogen wird, bis sie von einem Han-Chinesen adoptiert wird. Nach dem Tod ihres Adoptivvaters geht sie in die nächste Provinzstadt, um dort ihr Glück zu versuchen. Auf dem Weg dorthin begegnet sie einem reichen Teehändler Mo Xun (Hu Ge), den sie vor den Wölfen rettet. Als Dank dafür schenkt er ihr Geld und ein Kleid, da sie nur in Fetzen gehüllt ist. Zudem begegnet sie auch dem kaltherzigen General Wu Wei Ji (Eddie Peng). In Jian’nan wird sie die Madame eines Teehauses. Dort begegnen sich die drei Protagonisten und es beginnt das Werben der zwei Männer um sie. Der Grund, diese Serie zu schauen, war Hu Ge – mein absoluter Lieblingsschauspieler. Nach drei Episoden habe ich aufgegeben – denn ich konnte die Figur der Jin Yu (Cecilia Liu) nicht mehr aushalten. Sie ist eigentlich eine grossartige Schauspielerin – aber ich kann es nicht ausstehen, wenn die Frauen als hirntote Wesen, die sich durch das Leben piepsen und trippeln, dargestellt werden (oftmals das Problem chinesischer Kostümdramen). Zudem war die Story recht voraussehbar: die Rivalität zwischen Hu Ge und Eddie Peng um Cecilia Liu……..dazu ist mir meine Zeit zu kostbar. Des Weiteren kann ich Eddie Peng auf den Tod nicht ausstehen.

Sound of the desert

The Sleuth of the Ming-Dynasty (2020): Wäre eigentlich ganz interessant, hat aber animierte Figuren eingebunden, was ich nicht haben kann – siehe Fantasy. Habe in der ersten Episode nach 20 Minuten aufgegeben. Da kann ich einfach nur nein, nein und nochmals nein sagen.

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The Sleuth of Ming Dynasty

The Wolf (2020); Geschichte von einem Jungen, der unter Wölfen aufgewachsen wird und von einer gutmütigen Prinzessin gerettet und aufgenommen wird (Francois Truffaut lässt grüssen). Habe kurz hineingeschaut und hat mich überhaupt nicht überzeugt. Zudem ist der Ausgang auch hier ziemlich vorhersehbar. Ist aber in China ein Megahit, die Geschmäcker sind definitiv verschieden.

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The Wolf

The Ming-Dynasty (2019): Diese Serie habe ich zwar zu Ende geschaut, aber es ist mir nicht klar warum. Ich habe mich derart gelangweilt, dass ich nicht mal eine Kritik geschrieben habe. Es ist mir immer noch nicht klar, um was es eigentlich geht – ist es eine Familiengeschichte oder die Geschichte einer Dynastie – wobei das eine das andere nicht ausschliesst. Irgendwann hatte ich soviele Episoden geschaut, dass ich wirklich neugierig war, wie das Drama nun ausgeht.

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The Ming Dynasty

The Legend of Xiao Chuo (2020) : Dieses Drama erzählt das Leben der legendären chinesischen Kaiserin Xiao Yanyan aus der Liao Dynastie. ich habe etwa 20 Minuten geschaut, danach musste ich aufgeben – es ist einfach nur grottenschlecht: die schauspielerische Leistung, die Kostüme, die Cinematographie………..aaargh….keine Ahnung, ob sich tatsächlich jemand alle 48 Episoden angetan hat. Speziell die Frisuren der Männer des Nomadenstammes (ja, ich bin so oberflächlich), lösten bei mir einen Brechreiz aus. Ich habe schon Mühe mit dem sogenannten „chinesischen Zopf“ in den Dramen aus der Qing-Dynastie (der Vorderkopf kahlgeschoren, am Hinterkopf eine Art Tonsur mit einem Zopf), dass ich mich echt nicht an diese Haartracht gewöhnen konnte. Am liebsten habe ich den Man-Bun 🙂

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The Legend of Xiao Chun

The Empress of China (2014): Drama mit Fan Binbing (der bekanntesten chinesichen Schauspielerin in der westlichen Welt) in der Hauptrolle. Die Geschichte handelt von einem jungen Mädchen, das für den kaiserlichen Harem ausgewählt wird und sich vor allem durch seine Tanzkünste auszeichnet. Sie macht sozusagen „Karriere“ im Harem und wird irgendwann Kaiserin. Das Drama ist wunderschön ausgestattet – aber leider sterbenslangweilig. Zudem finde ich den Schnitt unmöglich – zur Ueberblendung der einzelnen Szenen wird ein Gitter eingeblendet…..Ich habe das Drama zweimal angefangen und beide Male aufgegeben. Das Foto zeigt eine Szene aus der Selektion der jungen Mädchen für den kaiserlichen Harem.

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The Empress of China

Diese Liste ist nicht abschliessend und wird laufend aktualisiert. Ich sass eine Zeitlang mangels für mich interessanter Dramen auf dem „Trockenen“, aber es scheint, als sei 2021 ein sehr gutes Jahr für spannende und vor allem qualitativ gute Kostümdramen. Ich bin sooooo gespannt auf „Word of Honor“ mit Zhang Zhehan. Die ersten Kritiken/Kommentare, die ich gelesen habe, tönen recht euphorisch. Das Drama wurde am 22. Februar ausgestrahlt, seit dem 1. März sind die ersten Folgen mit englischen Untertiteln verfügbar. Ich warte ab, bis alle Episoden (leider nur 36) auf youtube zu sehen sind, damit ich das Drama ohne Unterbruch bingen kann.

Aktuell schaue ich „Imperial Love in the Palace„, – es handelt von Eifersucht, Verrat, Intrigen, Betrug und unerfüllter Liebe, genau, was ich grad brauche. „Nirvana in fire 2“ war mir etwas zu harmonisch :-). Ich habe diese Serie vor ca einem Jahr angefangen, musste aber aufgeben, da diese ab Episode 12 nicht mehr untertitelt war. Obwohl ich dank meines intensiven Drama-schauens doch einige kleine Brocken an Mandarin mitbekommen habe – meine chinesische Cousine lacht sich ob meiner Aussprache halb kaputt – reichen meine Chinesisch-Kenntnisse noch lange nicht aus, um eine Serie ohne englische Untertitel schauen zu können. Nachtrag: „Imperial Love in the Palace“ habe ich in der Zwischenzeit fertiggeschaut, die Kritik ist unter „Chinesische Kostümdramen“ zu finden.

Nun bin ich bei „The Sword and the Brocade“ angelangt, einem Drama, bei dem ich sehr positiv überrascht bin. Die Story klingt recht banal und ich war ziemlich skeptisch, aber es kommt immer drauf an, was draus gemacht wird. Spoiler: Das Drama lebt von seinen zwei Hauptdarstellern – Wallace Chung und Seven Tan.

Copyright Corinne Mathieu 2021