Chinesische Palastdramen, bei denen ich aufgegeben habe

Als ich vor etwas zwei Jahren dank eines Artikels im Tagesanzeiger über meine erste chinesische Serie stolperte, konnte ich mir nicht vorstellen, dass dies der Beginn einer neuen Filmliebe sein würde. In der Zwischenzeit habe ich mehr als ein Dutzend dieser sogenannten Period-Dramas geschaut. Da diese Serien 50 und mehr Episoden haben und jede Episode ca 45 Minuten dauert, ist diese Liebe ziemliche Schwerstarbeit.

Doch nicht alle Serien sind gleich gut – ich habe schon bei einigen nach wenigen Episoden aufgegeben.

Nun zu den Serien, die ich aufgegeben habe:

  • The Rebel Princess (2021): wurde 2018 gedreht, aber erst jetzt ausgestrahlt. Die Produktionskosten waren gigantisch und so kommt das Drama auch daher. Alles ist ganz wunderschön anzusehen, aber nach 8 Episoden war bei mir Schluss. Der Ausgang ist so etwas von vorsehbar, dass ich nicht das Bedürfnis habe, mir 68 Episoden anzutun. Zudem überzeugen mich weder der Plot, noch die SchauspielerInnen. Dass mit Zhang Ziyi eine fast 40-jährige die zu Beginn 15-jährige Awu spielt, stört mich nicht besonders. In China wurde dies anscheinend sehr kontrovers diskutiert. Im Gegensatz zu Hollywood haben in China auch ältere bzw reifere SchauspielerInnen Chancen, Rollen zu ergattern, denn die Minister am Hof, die zu jedem Drama gehören – sind ausschliesslich ältere Männer. Und irgendeinen weisenalten Mann/weise alte Frau kommt fast in jedem Drama vor.
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  • The Kings Woman (2017): Ausstattung, Aesthetik und SchauspielerInnen sind top, aber die Geschichte überzeugt mich überhaupt nicht. Ich habe diesem Drama nun zweimal eine Chance gegeben, aber ich komme nicht über die vierte Episode hinweg, denn schon hier zeichnet sich ab, dass der Grossteil der Story eigentlich schon erzählt worden ist und ich habe keine Lust, mir über fast 50 Episoden anzuschauen, wie sich die drei HauptdarstellerInnen erzähltechnisch im Kreis drehen.
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Dreaming back to the Qin-Dynastie: (2019) Das ist ein Zeitreisendrama (siehe Scarlet Heart)- eine moderne junge Frau besucht die verbotene Stadt in Bejing und gerät in die Zeit der Qin-Dynastie. Der Plot tönt interessant, aber die Ausführung ist einfach nur grottenschlecht. Was bei Scarlet Heart recht gut funktioniert hat, stimmt hier über nicht. Vielleicht, weil die Produzenten zuviel gewollt haben und die Hauptdarstellerin zwischen Jetzt und der Qin-Dynastie hin- und herpendeln lassen.

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  • Ten Miles of Peach Blossom (2017) : Mit Fantasy kann man mich jagen und hier ist TMOPB keine Ausnahme. In China war diese Serie ein Hit (aus welchem Grund auch immer – ich kann es mir nicht erklären). Ich habe genau zwei Episoden durchgehalten. Die Geschichte mag okay sein, aber die CGI ist derart grottenschlecht, dass es einem fast körperlich weh tut. Viel mehr Worte möchte ich hier gar nicht mehr verlieren.
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The legend of the Dragon Pearl: (2017): Dieses Drama habe ich zweimal begonnen und zweimal aufgegegeben. Vielleicht gebe ich ihm noch eine Chance, wenn ich wirklich kein anderes Drama mehr finde, das mich interessiert. Irgendwie kam ich nie über die vierte Episode hinaus. Das Drama schafft es nicht, mich zu fesseln.

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The Sleuth of the Ming-Dynasty (2020): Wäre eigentlich ganz interessant, hat aber animierte Figuren eingebunden, was ich nicht haben kann – siehe Fantasy. Habe in der ersten Episode nach 20 Minuten aufgegeben. Da kann ich einfach nur nein, nein und nochmals nein sagen.

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The Wolf (2020); Geschichte von einem Jungen, der unter Wölfen aufgewachsen wird und von einer gutmütigen Prinzessin gerettet und aufgenommen wird (Francois Truffaut lässt grüssen). Habe kurz hineingeschaut und hat mich überhaupt nicht überzeugt. Zudem ist der Ausgang auch hier ziemlich vorhersehbar. Ist aber in China ein Megahit, die Geschmäcker sind definitiv verschieden.

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The Ming-Dynasty (2019): Diese Serie habe ich zwar zu Ende geschaut, aber es ist mir nicht klar warum. Ich habe mich derart gelangweilt, dass ich nicht mal eine Kritik geschrieben habe. Es ist mir immer noch nicht klar, um was es eigentlich geht – ist es eine Familiengeschichte oder die Geschichte einer Dynastie – wobei das eine das andere nicht ausschliesst. Irgendwann hatte ich soviele Episoden geschaut, dass ich wirklich neugierig war, wie das Drama nun ausgeht.

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The Legend of Xiao Chuo (2020) : Dieses Drama erzählt das Leben der legendären chinesischen Kaiserin Xiao Yanyan aus der Liao Dynastie. ich habe etwa 20 Minuten geschaut, danach musste ich aufgeben – es ist einfach nur grottenschlecht: die schauspielerische Leistung, die Kostüme, die Cinematographie………..aaargh….keine Ahnung, ob sich tatsächlich jemand alle 48 Episoden angetan hat. Speziell die Frisuren der Männer des Nomadenstammes (ja, ich bin so oberflächlich), lösten bei mir einen Brechreiz aus. Ich habe schon Mühe mit dem sogenannten „chinesischen Zopf“ in den Dramen aus der Qing-Dynastie (der Vorderkopf kahlgeschoren, am Hinterkopf eine Art Tonsur mit einem Zopf), dass ich mich echt nicht an diese Haartracht gewöhnen konnte. Am liebsten habe ich den Man-Bun 🙂

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The Empress of China (2014): Drama mit Fan Binbing in der Hauptrolle. Die Geschichte handelt von einem jungen Mädchen, das für den kaiserlichen Harem ausgewählt wird und sich vor allem durch seine Tanzkünste auszeichnet. Sie macht sozusagenm „Karriere“ im Harem und wird irgendwann Kaiserin. Das Drama ist wunderschön ausgestattet – aber leider sterbenslangweilig. Zudem finde ich den Schnitt unmöglich – zur Ueberblendung der einzelnen Szenen wird ein Gitter eingeblendet…..Ich habe das Drama zweimal angefangen und beide Male aufgegeben. Das Foto zeigt eine Szene aus der Selektion der jungen Mädchen für den kaiserlichen Harem.

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Aktuell schaue ich „Imperial Love in the Palace„, – es handelt von Eifersucht, Verrat, Intrigen, Betrug und unerfüllter Liebe, genau, was ich grad brauche. „Nirvana in fire 2“ war mir etwas zu harmonisch :-). Ich habe diese Serie vor ca einem Jahr angefangen, musste aber aufgeben, da diese ab Episode 12 nicht mehr untertitelt war. Obwohl ich dank meines intensiven Drama-schauens doch einige kleine Brocken an Mandarin mitbekommen habe – meine chinesische Cousine lacht sich ob meiner Aussprache halb kaputt – reichen meine Chinesisch-Kenntnisse noch lange nicht aus, um eine Serie ohne englische Untertitel schauen zu können.

Copyright Corinne Mathieu 2021