Zwiespältig

Laos hinterlässt bei mir einen recht zwiespältigen Eindruck. In den grösseren Orten – dh vor allem in denen von Touristen besuchten – ist die Infrastruktur sehr gut. Es kommt nicht zu regelmässigen Stromunterbrüchen wie beispielsweise in Indien, praktisch in jedem Hotel und Café ist Wifi vorhanden, es gibt fliessendes, warmes und kaltes Wasser und dies den ganzen Tag. Das Mobilfunknetz funktioniert hervorragend – eine der beiden laotischen Mobilfunkgesellschaften hat mich nun insgesamt sechsmal in Laos begrüsst – Danke vielmals! Zwiespältig weiterlesen

We make jewels not bombs

Diesen Slogan  habe ich beim Schlendern über den Nachtmarkt in Luang Prabang gelesen. Damit wurde Werbung für Schmuck und sonstige Gebrauchsgegenstände gemacht, die aus Bombensplittern gefertigt werden. Man kann nun damit argumentieren, dass schlussendlich aus etwas, das Tod und Verwüstung über die Menschen gebracht hat, etwas Nützliches hergestellt wird. Aber ganz ehrlich, wer will sich schon ernsthaft eine ehemalige Bombe auf den Schreibtisch stellen oder sich damit schmücken? Ich finde das Ganze eher makaber und habe deshalb auch darauf verzichtet, mir ein solches Souvenir zu erstehen. 

Die wohl verschlafenste Hauptstadt Asiens

Vientiane ist die Hauptstadt Laos oder man müsste wohl eher sagen, das größte Dorf. Die Geschäfte, Restaurants, Hotels und Sehenswürdigkeiten konzentrieren sich auf die zwei Parallelstrassen zum Mekong sowie den Querstrassen. Zu sehen gibt es neben den üblichen Vats, also buddhistischen Tempeln, nicht mehr viel ausser dem Nationalmuseum und der Kulturhalle des sozialistischen Volkes. Da alles so nah beieinander liegt, kann man die Sehenswürdigkeiten auch gut zu Fuss abklappern.  Die wohl verschlafenste Hauptstadt Asiens weiterlesen

10 Stunden Busfahrt

Gestern gings von Phonsavan per Bus nach Vientiane, der laotischen Hauptstadt.

Der Bus machte einen sehr guten Eindruck und im Gegensatz zum Minivan, mit dem es von Luang Prabang nach Phonsavan ging, funktionierte die Klimaanlage auch. Als Ersatz für die Klimaanlage wurden im Minivan die Fenster weit aufgemacht, so dass wir während 8 Stunden im Durchzug saßen.

Der Bus war bei der Abfahrt nicht voll und ich freute mich auf eine einigermaßen bequeme Fahrt…aber wie das in Asien so üblich ist, stiegen immer mehr Leute zu, zudem wurden säckeweise Waren transportiert. Zum Schluss war jedes Plätzchen besetzt. 10 Stunden Busfahrt weiterlesen

Steinkrüge und Bombenkrater

In Phonsavan treffen unterschiedliche Abschitte der Geschichte sehr sichtbar aufeinander. Einerseits ist die Stadt ein Anziehungspunkt für Touristen wegen der „Ebene der Steinkrüge“, andererseits wirkt der Indochina- Krieg, der vor mehr als 40 Jahren zu Ende ging, immer noch nach.

Die Steinkrüge sind ca 2000 Jahre alt, ihre Ursprünge liegen im Dunkeln. Es wird vermutet, dass sie als primäre Grabstätte dienten, dies aufgrund der Knochenreste, die man in den Steinkrügen fand. Man praktizierte die zweistufige Beerdigung: Nach dem Tod wurden die Leichen in die Steinkrüge gelegt und der Verwesung anheim gegeben. Wenn nur noch Knochen übrig waren, wurden diese verbrannt. Dies ist eine Praxis, die noch heute in Vietnam gang und gäbe ist. Die Leichname werden beerdigt und nach einem Jahr wieder ausgegraben. Was dann noch übrig (geblieben ist), wird kremiert. Steinkrüge und Bombenkrater weiterlesen

Laos brennt

Schon beim Anflug auf Luang Prabang waren verschiedene Rauchsäulen zu sehen – in Laos werden die Felder mittels Feuer gerodet. Dies hat zur Folge, dass die Luft völlig verraucht ist und man kaum jemals den blauen Himmel sieht. Anlässlich der heutigen Busfahrt von Luang Prabang bis Phonsavan fuhren wir an Dutzenden solcher Feuer vorbei. Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis es mal zu einer Katastrophe kommt.

Nachtrag: In der „Bangkok Post“ habe ich gelesen, dass der Rauch in der Gegend von Chang Mai von diesen Feldfeuern so dicht war, dass Flüge umgeleitet werden mussten. Deshalb wurde in Thailand diese Praxis verboten. Zuwiderhandelnde Bauern werden ohne viel Federlesens festgenommen.

 

Wasserfälle und Bärenpark auf laotisch

Gestern gings zum Dorf hinaus – in die Natur! Auf dem Programm standen die bekannten Wasserfälle ausserhalb von Luang Prabang, die sich zudem noch zum Baden eignen. Wir hatten keine Lust auf das Standardtouri- Programm, also Bootstour zu den Wasserfällen, Eintritt in die Grotte sowie Einheimische schauen. Eigentlich interessierten uns nur die Wasserfälle. Wir verhandelten mit einem der vielen Tuktukfahrer, die solche Privattouren  anboten. Irgendwie scheint die Meinung vorzuherrschen, dass man einfach mal einen Phantasiepreis verlangt und wenn die Leute nicht darauf eingehen, fragt man nach, wieviel sie denn zu zahlen gedenken. Es macht also Sinn sich zu überlegen, wieviel man gewillt ist zu zahlen.  Das Tuktuk fuhr so schnell, wie sein Motörchen hergab, es reichte allemal, um uns richtig durchzuschütteln. Der Fahrer begründete seine rasante Fahrt damit, dass die Luft voller Rauch sei und er uns eigentlich davor bewahren wolle, zu lange der schlechten Luft ausgesetzt zu sein. Nun, fragt sich, was vorzuziehen ist, ein Unfall in Laos oder ein bisschen Rauch in der Lunge. Wasserfälle und Bärenpark auf laotisch weiterlesen

Good evening Laos – oder: Willkommen im Dorf!

Seit knapp 24 Stunden nun also in Laos – und es ist vor allem eins: heiss! Die Temperatur kletterte heute auf fast 40 Grad……so dass man sich richtigehend in den Schnee zurücksehnt!

Der Flughafen nennt sich etwas grossspurig “ Luang Prabang International Airport“ – wenn er nicht so angeschrieben wäre, würde man das Gebäude für ein grösseres Mehrfamilienhaus halten. Aber immerhin die zwei Fingerdocks weisen auf den Zweck des Gebäudes hin.

Die Einreise gestaltet sich als sehr effizient – innerhalb von zehn Minuten war mein Visa ausgestellt.  Die Genossin Hauptmann dirigiert ihre Truppe mit viel Geschick.  Good evening Laos – oder: Willkommen im Dorf! weiterlesen

Off to Shanghai

Mit diesem Blog melde ich mich nach mehr als einem Jahr Pause wieder zurück. In Zukunft werde ich hier wieder regelmässig meine Meinung kundtun.

Endlich, endlich – nach über drei Jahren Entzug stand Ende März wieder einmal Asien auf meinem Reiseprogramm. Aus einem Bauchgefühl heraus entschied ich mich für Shanghai….

Nach einem unspektulären Flug landete LX 188 am 20. März um 7.50 Uhr in Shanghai Pudong International Airport. Die Ankunftshalle hat eine spätsozialistische Atmosphäre und verströmt den Charme einer Lagerhalle. Was für ein Unterschied zu Bangkok oder Singapur!

Off to Shanghai weiterlesen

Servir et disparaître

Meine Amtszeit als Stadträtin ist am 31. Dezember 2012 abgelaufen. Ich habe 12 intensive Jahre erlebt – heftige Diskussionen sowohl in der Fraktion wie auch im Stadtrat, teilweise tumultartige Szenen während Stadtratssitzungen, Nachtsitzungen bis morgens um halb vier, endlose Diskussionen um die Reitschule und Anti-WEF-Demonstrationen, stop-and-go-Diskussionen zum Schulreglement…….Diskussionen zur Effizienzsteigerung im Stadtrat, die selber zwei Stunden dauerten……
Servir et disparaître weiterlesen